Stalkerware‑Erkennung auf Android‑Geräten: Aktueller Stand 2025

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Seit Jahren warnt die Electronic Frontier Foundation (EFF) vor der Verbreitung von Stalkerware – kommerziell erhältlichen Apps, die heimlich auf dem Gerät einer anderen Person installiert werden und dort Daten ohne deren Wissen abgreifen. Das EFF hat insbesondere die Hersteller von Antiviren‑Programmen für Android‑Handys dazu aufgefordert, die Erkennung von Stalkerware zu verbessern und Nutzer*innen explizit darauf hinzuweisen, wenn solche Programme gefunden werden.

Um den aktuellen Stand zu prüfen, haben die EFF und die Forschenden von AV Comparatives im Jahr 2025 die beliebtesten Antiviren‑Produkte für Android getestet. Ziel war es, herauszufinden, wie gut diese Produkte die derzeit am häufigsten vorkommende Stalkerware erkennen.

Was die Tests zeigen

Antiviren‑ProduktErkennungsrate
Malwarebytes100 %
ESET, Bitdefender, McAfee, KasperskyAlle bis auf ein Sample
Google Play Protect53 %
Trend Micro59 %
  • Verbesserungen seit 2021: 2021 erreichte nur ein Produkt (G Data) eine 100‑%‑Erkennungsrate, während die nächstbesten Lösungen nur 80‑85 % trafen. Heute liegt Malwarebytes bei perfekter Erkennung, und mehrere weitere Anbieter erreichen nahezu dieselbe Leistung.
  • Schwächepunkte: Google Play Protect und Trend Micro schneiden nach wie vor deutlich schlechter ab. Bei Google Play Protect ist das wenig überraschend: Da es standardmäßig auf vielen Android‑Geräten läuft, enthalten manche Stalkerware‑Apps gezielte Anweisungen, um die Erkennung durch diesen Dienst zu deaktivieren.

Wie viele Stalkerware‑Apps gibt es noch?

  • 2020/2021: AV Comparatives testete 20 unterschiedliche Stalkerware‑Produkte.
  • 2025: Nur noch 17 verschiedene Produkte wurden untersucht.

Die Analyse ergab, dass viele der heutigen Apps lediglich Varianten desselben Grundprodukts sind, sodass die Zahl wirklich einzigartiger Anwendungen in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Die genauen Gründe dafür sind unklar, doch mögliche Einflussfaktoren sind:

  1. Regulatorischer Druck: Verstärkte Aufmerksamkeit von Aufsichtsbehörden könnte Entwickler abschrecken.
  2. Alternative Tracking‑Technologien: Kleine, preiswerte Bluetooth‑Tracker wie Apple AirTags oder Tiles bieten eine andere Möglichkeit zur Standortverfolgung und könnten den Markt für Stalkerware untergraben.

Die richtige Wahl treffen

Für Betroffene von häuslicher Gewalt und alle, die ihre Android‑Geräte vor heimlicher Überwachung schützen wollen, liefert dieser Test wertvolle Orientierungshilfen bei der Wahl eines geeigneten Antiviren‑Programms. Gleichzeitig soll die Aufdeckung von Erkennungs­lücken die Hersteller dazu motivieren, ihre Sicherheitslösungen weiter zu verbessern.

Hinweis zu Fachbegriffen:

  • Stalkerware – Software, die ohne Wissen des Nutzers installiert wird, um dessen Aktivitäten, Nachrichten, Standort usw. auszuspähen.
  • Antivirus‑Produkt – Programm, das Geräte vor Schadsoftware schützt, indem es diese erkennt und blockiert.
  • Google Play Protect – Eingebauter Sicherheitsdienst von Google, der Apps im Play‑Store und auf dem Gerät scannt.

Hinweis zu Markennamen: maniabel verwendet die genannten Markennamen auf Grund eines Beitrages der EFF, macht sich diese auch nicht zu eigen. Es besteht keine kommerzielle Beziehung zu den genannten Marken.

[https://www.eff.org/deeplinks/2025/11/eff-teams-av-comparatives-test-android-stalkerware-detection-major-antivirus-apps]