Was soll schon schief gehen, wenn in Windows „agentic features“ tief integriert werden… M$ warnt: Dieses experimentelle Feature sollten Nutzende nur aktivieren, wenn Nutzer:innen wissen, was sie tun. Denn diese „agentic features“ könnten ungeahnte Nebenwirkungen haben, warnt der Konzern. Malware könnte ohne Zutun der Nutzenden installiert werden. Ups?!
Microsoft hat für die Windows 11 Insider‑Kanäle (Dev und Beta) ein neues Preview‑Build (Version 26220.7272) veröffentlicht. Das Highlight: ein Schalter namens „experimentelle Agentic‑Features“, der in den Windows‑Einstellungen ein‑ bzw. ausgeschaltet werden kann.
Was bedeutet „Agentic‑Features“?
Der Begriff agentic bezieht sich hier auf KI‑Agenten, also Programme, die eigenständig Aktionen auf dem PC ausführen können. Durch das Aktivieren des Schalters dürfen diese Agenten auf neue, von Windows bereitgestellte Funktionen zugreifen.
Wie funktionieren die neuen KI‑Funktionen?
Microsoft beschreibt die Idee folgendermaßen: KI‑gestützte Apps sollen alltägliche Aufgaben automatisieren – etwa das Organisieren von Dateien, Planen von Meetings oder Versenden von E‑Mails. Dabei nutzen die Agenten Visions‑ und Reasoning‑Techniken (Bild‑ und Denkfähigkeiten), um wie ein Mensch zu klicken, tippen und scrollen.
Ein konkretes Beispiel ist Copilot Actions for Windows, das dem Copilot‑Assistenten erlaubt, komplette Arbeitsschritte zu übernehmen:
- Bilder zuschneiden
- Mehrere Dateien umbenennen
- Vorgänge innerhalb anderer Anwendungen erledigen
Der Nutzer kann dabei beobachten, wie Copilot die Aufgabe ausführt, oder das Fenster minimieren und parallel weiterarbeiten – ein klassisches Multitasking‑Szenario.
Warum ist das für die Sicherheit relevant?
Durch das Einschalten des Schalters erhalten KI‑Agenten System‑ und Dateizugriff auf dem gleichen Niveau wie die Windows‑Anwendung selbst. Das bedeutet:
- Potenzielle Angriffsfläche: Wenn ein bösartiger Agent oder ein manipuliertes KI‑Modell Zugriff erlangt, könnte es schädliche Aktionen ausführen.
- Kontrollverlust: Nutzer*innen könnten unbeabsichtigt Prozesse starten, die sensible Daten verarbeiten oder verändern.
Deshalb sollten Administratorinnen und sicherheitsbewusste Anwenderinnen den Schalter nur aktivieren, wenn sie die jeweiligen KI‑Funktionen bewusst einsetzen und die Risiken verstehen.
Aktueller Stand und Ausblick
- Der Schalter muss eingeschaltet sein, damit Copilot Actions funktioniert.
- Es ist noch unklar, wann weitere KI‑Apps diese agentic‑Fähigkeiten unterstützen werden.
- Microsoft wird wahrscheinlich auf seiner Ignite‑Konferenz weitere Details präsentieren.
Hintergrund: Kontroverse um KI in Windows 11
Kurz zuvor geriet Windows‑Leiter Pavan Davuluri wegen starker KI‑Fokussierung in die Kritik. Nutzer*innen befürchteten, dass klassische Windows‑Funktionen in den Hintergrund rücken. Das neue Feature verstärkt diesen Eindruck, zeigt aber gleichzeitig Microsofts klare Strategie: KI‑Gestützte Automatisierung soll künftig ein Kernbestandteil von Windows 11 werden.
[https://support.microsoft.com/en-us/windows/experimental-agentic-features-a25ede8a-e4c2-4841-85a8-44839191dfb3]